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Molekulare Diagnostik und Differenzialtherapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms mit Treibermutationen VNR : 2760602019282270007
| Content Provider | Semantic Scholar |
|---|---|
| Author | Stratmann, Jan A. Tischler, Verena Demes, Melanie |
| Copyright Year | 2019 |
| Abstract | Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) 2019 als Vorreiter in der personalisierten Tumortherapie gelten wird? 2002 zeigte der Vergleich von vier unterschiedlichen Kombinationschemotherapien völlig identische und unbefriedigende Effektivitätsdaten. Der großen Ernüchterung folgte die Neuausrichtung der klinischen Forschung, nicht zuletzt getriggert durch die Erstbeschreibung der EGFRMutation und der damit einhergehenden Beobachtung, dass Tumore mit dieser Mutation ein erstaunliches Ansprechen auf eine zielgerichtete Therapie mit EGFRTyrosinkinaseinhibitoren aufwiesen. In der Folge wurden die Tumore genetisch sequenziert und gerade beim Adenokarzinom der Lunge wurden viele sogenannte Treibermutationen entdeckt. Zudem gelang es rasch, zielgerichtete Medikamente für die unterschiedlichen genetischen Veränderungen der Tumore zu entwickeln. Mit wenigen Ausnahmen konnten diese zielgerichteten Therapien in klinischen Studien bei den meisten Patienten ein rasches und auch länger andauerndes Therapieansprechen ermöglichen. Für Patienten mit ROS1oder ALKpositiven Tumoren konnte durch die Implementierung der zielgerichteten Substanzen in den Therapiealgorithmus das Gesamtüberleben um mehrere Jahre verlängert werden. Die zielgerichtete Therapie hat in diesen Patientengruppen mit Nachweis einer Treibermutation längst die Chemotherapie aus den ersten Therapielinien verdrängt. Dies ist begründet durch die wesentlich höhere Effektivität in Kombination mit einem deutlich günstigeren Nebenwirkungsprofil. Derzeit können etwa 15–20 % der Patienten mit einem metastasierten NSCLC von dieser zielgerichteten Therapie profitieren. Voraussetzung ist allerdings die molekulare Testung der Tumore in der metastasierten Krankheitssituation vor Beginn einer Erstlinientherapie. Dies erfolgt jedoch weder flächendeckend noch umfassend. In einer großen deutschen Registerstudie, die repräsentativ Daten zu Diagnostik und Therapie des NSCLC prospektiv erhebt, werden nur 75 % der Patienten für die Merkmale ALK-Translokation und EGFR-Mutation getestet. Andere Treibermutation wie BRAFV600E oder ROS1 werden nicht einmal bei zwei von drei Patienten getestet. Nicht getestete Patienten erhalten keine zielgerichtete Therapie und somit die Chance, zum Teil mehrere Jahre länger zu überleben. Der folgende Beitrag vermittelt den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie der molekular alterierten NSCLC im Stadium IV aus der Sicht der Molekularpathologie und der Thoraxonkologie. Wir hoffen damit, Verständnis für die dringende Notwendigkeit der molekularen Testung und der Umsetzung der Testresultate in eine molekular ziel gerichtete Therapie zu erreichen. |
| File Format | PDF HTM / HTML |
| Alternate Webpage(s) | https://www.laekh.de/images/Hessisches_Aerzteblatt/2019/10_2019/CME_10_2019_Lungenkarzinom.pdf |
| Language | English |
| Access Restriction | Open |
| Content Type | Text |
| Resource Type | Article |