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Rembrandts sogenannte ‘Physiognomische Studien’ im Kontext von Humanismus und Neostoizismus
| Content Provider | Semantic Scholar |
|---|---|
| Author | Gottwald, Franziska |
| Copyright Year | 2010 |
| Abstract | Im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen sollen die vier Radierungen Rembrandts aus dem Jahre 1630 stehen, die das Gesicht des Künstlers in vier unterschiedlichen emotionalen Zuständen wiedergeben. (Abb. 1 und 2). Diese aussergewöhnlichen Darstellungen sind bereits Gegenstand verschiedener Publikationen gewesen: Während Perry Chapman und Claus Grimm die vier Blätter als Zeugnisse Rembrandts intensiven Selbststudiums und zugleich als exemplarisch naturalistische Verbildlichungen verschiedener Gemütszustände interpretieren, heben Thijs Weststijn und Ernst van der Wetering vor allem den Zusammenhang mit einer Passage der nahezu ein halbes Jahrhundert nach Entstehen der Studien erschienenen Inleyding tot de Hooge Schoole der Schilderkonst1 des Samuel van Hoogstraten (1627-1678) hervor.2 Der ehemalige Rembrandtschüler legt hierin der Malerjugend das Studium der Affekte anhand des eigenen Gesichts im Spiegel nahe.3 Da es das erklärte kunsttheoretische Ziel der Historienmalerei war, den Rezipienten emotional zu bewegen, wurde besonderer Wert auf Naturstudien gelegt, die als Vorlagen für biblische, mythologische und allegorische Szenen genutzt wurden. Die vier Radierungen können somit zum einen als Studien einzelner Aspekte eines grösseren Bildzusammenhangs gesehen werden (Abb. 6). Zum anderen waren sie als unabhängige, exemplarische Darstellungen für den Markt gedacht, die Rembrandts Meisterschaft in der Wiedergabe menschlicher Regungen vor Augen führten. Die hier kurz genannten Ergebnisse bisheriger Forschung sind kaum zu bestreiten, da es vor allem die Multifunktionalität ist, die diese, wie Konrad Renger es formulierte, ‘in beliebigem Kontext verwendbare[n] Experimente’4 kennzeichnet. Dennoch soll an dieser Stelle ein neuer Interpretationsansatz unternommen werden, der davon ausgeht, dass es sich bei den vier Radierungen um tronies handelt.5 Die ‘Charakterköpfe’ Rembrandts, die direkt für den Kunstmarkt entstanden, müssen als eine autonome Gattung betrachtet werden, deren Charakter von einer gewissen Sinnoffenheit, durchaus aber nicht durch Bedeutungslosigkeit gekennzeichnet ist. Zum einen erfüllt das tronie in der Aufnahme eines realen Modells und in dem auf das Gesicht konzentrierten Bildausschnitt zwei Parameter der Porträtmalerei. Zum anderen wird durch die Detail, figure 9 |
| Starting Page | 203 |
| Ending Page | 232 |
| Page Count | 30 |
| File Format | PDF HTM / HTML |
| DOI | 10.1163/22145966-90000760 |
| Volume Number | 60 |
| Alternate Webpage(s) | https://brill.com/previewpdf/journals/nkjo/60/1/article-p203_11.xml |
| Alternate Webpage(s) | https://doi.org/10.1163/22145966-90000760 |
| Language | English |
| Access Restriction | Open |
| Content Type | Text |
| Resource Type | Article |