Loading...
Please wait, while we are loading the content...
Similar Documents
Peking plus 10. Zehn Jahre nach der Vierten Weltfrauenkonferenz – Eine Bilanz
| Content Provider | Semantic Scholar |
|---|---|
| Author | Brabandt, Heike |
| Copyright Year | 2005 |
| Abstract | Zum zehnten Mal jährt sich die Vierte Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen (United Nations, UN), die vom 4. bis 15. September 1995 in Peking stattfand. Die enorme Beteiligung zivilgesellschaftlicher VertreterInnen und der Geist des Aufbruchs in eine neue frauenpolitische Ära machte sie zu einem unvergesslichen Treffen der Frauenbewegungen aller Länder (Raiser 2005, 2). Auf die Pekinger Erklärung und die Aktionsplattform haben sich 189 Regierungen verpflichtet.1 Im März dieses Jahres wurde über die Umsetzung der Aktionsplattform im Rahmen einer Sondersitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York eine globale Bilanz gezogen.2 Aus Furcht davor, dass ihre Abschlussdokumente hinter die Pekinger Erklärung und Aktionsplattform zurückgehen könnten, war von einer erneuten Weltfrauenkonferenz abgesehen worden. Ziel der Sitzung war es, die Aktionsplattform von Peking erneut zu bestätigen und ihre Umsetzung anzumahnen. Dass selbst dieses bescheidene Ziel nur unter größten Schwierigkeiten erreicht werden konnte, zeigt, dass sich die globalen Vorzeichen verändert haben. Vom Geist des Aufbruchs zu neuen frauenpolitischen Ufern ist kaum mehr etwas spürbar. Religiös-fundamentalistische und konservative Kräfte haben seit Mitte der 1990er Jahre deutlich an Macht gewonnen. So führte die US-amerikanische Regierung im Vorfeld der Sondersitzung eine Kampagne, die darauf zielte, das Konzept der reproduktiven Rechte, wie es in der Aktionsplattform von Peking enthalten ist, zu unterminieren.3 Nur durch einen Verfahrenstrick konnte das Schlussdokument4 in seiner geplanten Form verabschiedet werden. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Pekinger Aktionsplattform ist die Strategie des Gender Mainstreaming, die vorsieht, dass bei allen gesellschaftlichen und politischen Maßnahmen auf allen politischen Ebenen die möglicherweise unterschiedlichen Auswirkungen auf die Geschlechter analysiert werden sollen, um frühzeitige Korrekturen zu ermöglichen. Gender Mainstreaming soll von allen Institutionen angewendet werden: von internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, nationalstaatlichen Regierungen und deren nachgeordneten Behörden, aber auch von NGOs und dem privat-wirtschaftlichen Sektor. Zehn Jahre nach Peking stellt sich die Frage, was aus dem zentralen Querschnittsthema der Aktionsplattform geworden ist. Im Folgenden untersuche ich diese Frage auf zwei Ebenen: zum einen auf der normschaffenden Ebene der UN, auf der die Staatengemeinschaft ihre gemeinsamen Werte und daraus folgenden Pflichten festlegt (wie z.B. in der Pekinger Aktionsplattform) und zum anderen auf der Ebene des deutschen Nationalstaates, der wie alle anderen Nationalstaaten für die Umsetzung einer Vielzahl der Werte und Pflichten zuständig ist, die von den Vereinten Nationen festgelegt werden. Tagespolitik 105 |
| File Format | PDF HTM / HTML |
| Volume Number | 14 |
| Alternate Webpage(s) | https://www.budrich-journals.de/index.php/feminapolitica/article/download/20539/17915 |
| Language | English |
| Access Restriction | Open |
| Content Type | Text |
| Resource Type | Article |