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Modelle zur Inneren Sicherheit: Neue Volkspolizisten oder Schandi zum Anfassen? Vom ABV zum KOBB
| Content Provider | Semantic Scholar |
|---|---|
| Author | Hornbostel, Stefan Hausmann, Christopher John |
| Copyright Year | 1995 |
| Abstract | Innere Sicherheit, speziell die Sicherheit vor kriminellen Übergriffen, ist in den letzten Jahren zu einem hochrangigen Politikum geworden (vgl. Hornbostel 1994). Anlaß dafür war einerseits ein stetiger, erst 1994 unterbrochener Anstieg der offiziell registrierten Straftaten, andererseits ein insbesondere in den neuen Bundesländern hohes Niveau an Kriminalitätsfurcht unter den Bürgern und schließlich wohl auch spektakuläre Selbsthilfeinitiativen sowie ein wachsendes kommerzielles Angebot an Sicherheitsdienstleistungen jenseits des staatlichen Gewaltmonopols. Dieser Problemdruck macht den Sicherheitsbereich aber nicht nur zum Tummelplatz symbolischer Politik (Murck 1995, 389), sondern erzeugt auch Veränderungsbedarf bei den staatlichen Sicherheitsorganen. Eindeutige Zielvorstellungen sind allerdings bei der Polizei ebensowenig wie in der Politik zu erkennen. Vielmehr scheint sich die deutsche Polizei von einem relativ klar ausdifferenzierten staatlichen Organ der Gefahrenabwehr zu einem weitgehend eigendynamisch prozessierenden System Innerer Sicherheit zu entwickeln, das mit einem sehr diffusen Sicherheitsbegriff operiert und mit der Verbrechensprävention in immer neue Bereiche ausgreift. Das Täterbild wird undeutlicher, z.B. im Bereich der »organisierten Kriminalität«, die Nähe zu nachrichtendienstlichen Tätigkeiten größer (Stichwort: »Lauschangriff«) und ebenso der Ausgriff in Bereiche rechtlich nicht geregelter Sozialkontrolle (Narr 1994, 7). Der Modernisierungsprozeß innerhalb der Polizei verbindet offenbar das Modell jimktionaler Differenzierung, zum Beispiel in technisch hochgerüstete Spezialeinheiten, mit einem Modell aufgabenbezagener Entdifferenzierung. Während die Spezialisierung die Polizei für den Bürger immer unsichtbarer macht eine nicht zufällige Anverwandlung an die Nachrichtendienste und ihre Sicherheitsleistungen nur noch virtuell im Raum der Medien erfahrbar werden, beginnt auf der anderen Seite ein Prozeß der Sichtbarmachung und symbolischen Präsenz, der auf die unmittelbare Erfahrungswelt des Bürgers zielt und das polizeiliche Handeln als rechtlich unscharfes Präventionshandeln ebenfalls in Räume ausdehnt, die jenseits |
| Starting Page | 603 |
| Ending Page | 623 |
| Page Count | 21 |
| File Format | PDF HTM / HTML |
| DOI | 10.32387/prokla.v25i101.945 |
| Volume Number | 25 |
| Alternate Webpage(s) | http://prokla.de/index.php/PROKLA/article/download/945/901 |
| Alternate Webpage(s) | https://doi.org/10.32387/prokla.v25i101.945 |
| Language | English |
| Access Restriction | Open |
| Content Type | Text |
| Resource Type | Article |